Was ist eine Vorsorgevollmacht?
Die Vorsorgevollmacht ermächtigt eine oder mehrere Personen, im Falle Ihrer Handlungsunfähigkeit Entscheidungen in Ihrem Namen zu treffen. Dies umfasst sowohl rechtliche als auch medizinische und finanzielle Angelegenheiten.
Wichtige Punkte zur Vorsorgevollmacht:
- Individuelle Bestimmung des Bevollmächtigten: Sie können selbst entscheiden, wem Sie vertrauen und welche Bereiche diese Person für Sie regeln darf.
- Flexibilität: Die Vorsorgevollmacht kann auf bestimmte Bereiche wie Vermögensverwaltung, Wohnangelegenheiten oder medizinische Entscheidungen beschränkt werden.
- Vermeidung eines Betreuers: Mit einer Vorsorgevollmacht vermeiden Sie, dass im Ernstfall ein gesetzlicher Betreuer durch das Gericht bestellt wird.
Was ist eine Patientenverfügung?
Die Patientenverfügung hingegen regelt im Voraus, welche medizinischen Behandlungen durchgeführt oder unterlassen werden sollen, falls Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Ihren Willen zu äußern. Sie betrifft also ausschließlich medizinische Fragen.
Kerninhalte der Patientenverfügung:
- Klare Anweisungen: Sie legen fest, welche lebensverlängernden Maßnahmen gewünscht oder abgelehnt werden.
- Bindung für Ärzte: Ärzte sind an Ihre Vorgaben gebunden, sofern die Verfügung eindeutig formuliert ist.
- Verhältnis zur Vorsorgevollmacht: Eine Patientenverfügung ergänzt die Vorsorgevollmacht, da der Bevollmächtigte im Sinne der Verfügung handeln muss.
Die Unterschiede im Überblick
| Merkmal | Vorsorgevollmacht | Patientenverfügung |
|---|---|---|
| Inhalt | Regelung rechtlicher, finanzieller und medizinischer Angelegenheiten | Festlegung medizinischer Behandlungswünsche |
| Berechtigung | Bevollmächtigter entscheidet | Ärzte handeln nach festgelegtem Willen |
| Anwendungsbereich | Breiter (auch über medizinische Fragen hinaus) | Ausschließlich medizinischer Bereich |
Was sollten Sie beachten? – Checkliste für die Vorsorge
- Beide Dokumente erstellen: Da sie unterschiedliche Bereiche abdecken, sind beide wichtig, um umfassend abgesichert zu sein.
- Klare Formulierungen: Achten Sie darauf, dass insbesondere die Patientenverfügung präzise formuliert ist, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Notarielle Beglaubigung: Eine Vorsorgevollmacht sollte notariell beglaubigt werden, insbesondere wenn Immobiliengeschäfte abgedeckt sind.
- Regelmäßige Aktualisierung: Überprüfen Sie Ihre Dokumente alle paar Jahre, um sicherzustellen, dass sie noch Ihren aktuellen Wünschen entsprechen.
Fazit
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind essenzielle Instrumente, um Ihre Interessen und Wünsche im Ernstfall durchzusetzen. Während die Vorsorgevollmacht eine umfassende Regelung bietet, sorgt die Patientenverfügung speziell im medizinischen Bereich für Klarheit. Die Kombination beider Dokumente ermöglicht eine lückenlose Vorsorge und schützt Sie vor unangenehmen Situationen.
Falls Sie unsicher sind oder eine professionelle Beratung wünschen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir unterstützen Sie gerne bei der Erstellung Ihrer individuellen Vorsorgedokumente.



