Lärm ist eine der häufigsten Ursachen für Nachbarschaftsstreitigkeiten. Ob laute Musik, Partys, Renovierungsarbeiten oder bellende Hunde – dauerhafter Lärm kann die Lebensqualität erheblich mindern. Es ist wichtig zu wissen, dass Sie nicht hilflos sind und es rechtliche Mittel gibt, um gegen Lärmbelästigung vorzugehen.
Lärmbelästigung – was gilt?
- Nachtruhe: Zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr sind laute Tätigkeiten wie Musizieren, lautes Feiern oder Heimwerken untersagt.
- Mittagsruhe: In einigen Gemeinden gibt es auch eine Mittagsruhe, meist zwischen 13:00 Uhr und 15:00 Uhr.
- Sonn- und Feiertage: An diesen Tagen gelten ganztägig besondere Ruhezeiten, in denen laute Aktivitäten vermieden werden sollten.
- Ordnungswidrigkeit: Lärmbelästigung kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden und mit einer Geldbuße bestraft werden
- Hausordnungen und Mietverträge: Oftmals enthalten Hausordnungen und Mietverträge zusätzliche Bestimmungen zur Einhaltung der Ruhezeiten und zum Verhalten bei Lärmbelästigung
- Ruhezeiten für Gartengeräte: Rasenmäher, Grastrimmer, Laubgebläse, Bohrgeräte, Heckenscheren und ähnliche Geräte dürfen in Wohngebieten nur an Werktagen zwischen 7:00 Uhr und 20:00 Uhr betrieben werden, manche besonders lauten Gartengeräte sogar nur zwischen 9:00 Uhr und 13:00 Uhr sowie 15:00 Uhr und 17:00 Uhr.
Was tun bei Lärmbelästigung?
- Das Gespräch suchen: Oftmals sind sich die Verursacher des Lärms nicht bewusst, wie störend ihr Verhalten ist. Ein freundliches Gespräch kann oft schon Abhilfe schaffen.
- Lärmprotokoll führen: Dokumentieren Sie die Lärmbelästigung detailliert. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Dauer und Art des Lärms. Ein Lärmprotokoll kann später als Beweismittel dienen.
- Vermieter oder Hausverwaltung informieren: Wenn das Gespräch mit dem Nachbarn keine Besserung bringt, informieren Sie Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung. Diese sind verpflichtet, für Ruhe zu sorgen.
- Ordnungsamt oder Polizei einschalten: Bei akuter Lärmbelästigung, insbesondere nachts, können Sie das Ordnungsamt oder die Polizei rufen. Diese können den Lärmverursacher verwarnen oder Bußgelder verhängen.
- Rechtliche Schritte einleiten: Wenn alle anderen Maßnahmen erfolglos bleiben, können Sie rechtliche Schritte einleiten. Ein Anwalt kann Sie dabei unterstützen, eine Unterlassungsklage einzureichen oder Schadensersatz zu fordern.
Häufige Missverständnisse
- “Ich muss den Lärm einfach hinnehmen”: Nein, Sie haben das Recht auf Ruhe und können gegen dauerhafte Lärmbelästigung vorgehen.
- “Die Polizei kann nichts tun”: Die Polizei kann bei akuter Lärmbelästigung eingreifen und Maßnahmen ergreifen, um die Ruhe wiederherzustellen.
Fazit
Lärmbelästigung durch Nachbarn ist ein ernstes Problem, das Ihre Lebensqualität stark beeinträchtigen kann. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Rechte kennen und wissen, welche Schritte Sie unternehmen können, um Ihre Ruhe zu schützen. Vom Gespräch mit dem Nachbarn über die Einschaltung des Vermieters bis hin zu rechtlichen Schritten gibt es verschiedene Möglichkeiten, gegen Lärmbelästigung vorzugehen.
Sollten Sie weitere Fragen haben oder rechtliche Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Beratung, um Ihre Rechte bestmöglich zu schützen.



